Software Craftsmanship

Craftsman Swaps & Agile?

Aug 11
Software Craftsmanship Cosima Laube

Auf den Begriff Craftsman Swap bin ich das erste Mal durch Nicole Rauch aufmerksam geworden, die ich auf dem MATHEMA Campus 2015 in Erlangen kennenlernte. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Welt des Software Craftsmanship wo es vor allem um Professionalisierung unseres Berufsstandes geht; dazu gehört unter anderem auch professioneller Austausch der "Handwerker" untereinander sowie gezieltes Voneinander-Lernen.

Erst unlängst kam ich gedanklich erneut zum Thema Craftsman Swap. Von dem, was ich bisher hörte und auch gelesen habe, ordnete ich den Craftsman Swap hauptsächlich der "reinen" Software Entwicklung zu.

Letzte Woche war mir nun das Glück beschert - wenn auch nur für weniger als einen Tag - im agilen Umfeld in das "Doing" in einer anderen Firma reinschnuppern zu dürfen. Der Besuch bei Werner Motzet im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit war recht spontan, ich war nur eine knappe Stunde dort und so war ich dort (natürlich) nicht selbst aktiv[*] wie bei einem Swap. Doch an Impulsen und Input konnte ich eine ganze Menge mitnehmen. Nicht nur hören oder lesen, wie z.B. Dailies und Retrospektiven oder die Koordinationen über mehrere zusammenarbeitende Teams ablaufen, sondern direkt Arbeitsergebnisse gezeigt und erklärt bekommen. Hintergründe erfahren. Arbeitsgegenstände live vor Ort zu sehen. Beteiligte Menschen sehen.

Und so kam mir folgende Frage: funktionieren Craftsman Swaps etwa auch für Scrum Master und andere agile "Hybriden" zwischen Software Engineering und Coaching?

Hast Du Erfahrungen und/oder Ansichten dazu? Teile sie doch hier. :)

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[*] Es war eher wie zu Beginn einer Apprenticing-Phase im Requirements Engineering oder als Lern-/Lehrmethode in einem neuen Umfeld.

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Comments

Danke für Deinen facettenreichen Kommentar, Werner. Deine Gedanken zum Thema "Teilen" kann ich sehr gut nachvollziehen. Das Teilen ist für mich auch ein Aspekt des "caring" gegenüber anderen Menschen. Ich teile mein Wissen und in den allermeisten Fällen wird mein Wissen & meine Erfahrung dadurch ebenfalls bereichert. Deine Idee des Craftmen Swaps innerhalb der eigenen Organisation klingt sehr spannend. In drei Wochen kann man sicherlich auch einige Erfahrungen mehr machen als beim "einfach mal reinschnuppern".
Written on Sun, 04 Sep 2016 17:05:29 by Cosima
Hallo Cosima, sehr anregende Gedanken. Ich habe Deinen Beitrag nun schon mehrfach gelesen und entdecke immer wieder was Neues. Als erstes ist mit Craftsmanship ins "Auge gestochen" und mein Gedanke war: "ja klar, was wir Scrum Master und Coaches [Katalysatoren] tun ist Handwerkskunst im besten Sinn. Dazu hat mir der Satz von Nicole Rauch gefallen: „Craftsmen are people who care.“ Dabei verstehe ich "care" als Sorgfalt, Fürsorge und Achtsamkeit. Das passt doch prima auf uns. Zum zweiten hast Du mir bewusst gemacht, dass ich manche Dinge für mich als "gesetzt" betrachte und ruhig noch mehr darüber nachdenken kann/sollte: "Teilen macht reich" ist in meinem Leben "Alltag" und da "mehr teilen" auch "reicher macht" kann ich gar nicht genug davon haben. Manchen Leuten macht das Angst: "wo soll das enden?", "Was, wenn der andere nur nimmt und nicht teilt?", "Du gibst ja her, was Du Dir aufwendig erarbeitet hast, und was bekommst Du dafür". Mir geht das nicht so, ich erlebe: mein "Vertrauensvorschuss" wird belohnt, ich lerne beim Teilen so viel mehr, dass es ein Verlust wäre nicht zu teilen. Mein Appel zum teilen lautet daher: "Probiert es einfach aus, es ist so bereichernd ... ". Noch was habe ich aus Deinem Beitrag gelernt: Das gegenseitige Besuchen und evtl. sogar mal eine Woche einen Sprint zu tauschen heißt "Craftsman Swap". Das geht übrigens nicht nur mit zwei verschiedenen Firmen, sondern auch innerhalb der Firma zwischen zwei Projekten oder Abteilungen aber auch innerhalb eines Projekte mit zwei verschiedenen Rollen. Dazu mache ich gerade ein Experiment: ich habe für drei Wochen (=ein Sprint) mit einem Kollegen in einer anderen Rolle getauscht und wir versuchen beide den Job des andere (möglichst) gut zu machen und uns über alle Fragen die dabei auftauchen auszutauschen. Die ersten 2 1/2 Tage waren schon sehr spannend und lehrreich für mich.
Written on Sun, 14 Aug 2016 11:08:05 by Werner Motzet